Verkostungshinweise


Verkostungshinweise

Der Unterschied zwischen dem Verkosten und dem Trinken von Wein ist vergleichbar mit einer Probefahrt vor dem Kauf eines Autos und dem Genuss des Fahrens nach dem Kauf. Beim Verkosten von Wein ist es wichtig alle Störfaktoren auszublenden (besonders die Meinung anderer) um die eigene Einschätzung zu finden.

 

Das Aussehen

Die Klarheit des Weines sollte vollkommen sein. Viele Weine bilden Ablagerungen, die jedoch harmlos sind wenn sie sich abgesetzt haben und der Wein klar ist. Bläschen die sich am Glas anlagern sind nur bei wenigen Weinen wie dem Muscadet sur Lie und dem Vinho Verde akzeptabel, bei den Meisten Stillweinen können sie jedoch ein Indiz für einen Defekt sein. Nach dem Schwenken können sich Schlieren (so genannte Tränen oder Kirchenfenster) zeigen. Dies ist jedoch kein Indiz für einen hohen Glyzeringehalt, wie oft behauptet wird, sondern die Auswirkung des Alkoholgehaltes auf die Viskosität oder die Fließfähigkeit des Weines. Je höher der Alkoholgehalt desto „zäher“ ist der Wein !

 

Die Farbe

Natürliches Licht eignet sich am Besten für die Beurteilung der Farbe. Man hält das Glas am unteren Ende des Stiles und neigt es leicht von sich weg. Am Besten vor einem weißen Hintergrund. Die Farbe des Weines, ob rot oder weiß, wird von der Rebsorte, dem Reifegrad der Traube, dem Anbaugebiet, der Vinifikationsmethode und dem Alter bestimmt. Trockene leichte Weine aus kälteren Klimazonen sind am hellsten, volle schwere oder süße Weine aus warmen Regionen sind am dunkelsten. Junge Rote weisen meist einen violetten Farbton auf, junge Weiße können grünliche Reflexe zeigen.

 

Der Geruch

Grundlegend kann jeder Mensch über 1000 Geruchseindrücke erkennen und unterscheiden. Die Prozedur der Geruchsprüfung ist denkbar einfach – Glas schwenken, Riechorgan ins Glas und eine kräftige Nase voll nehmen. Es ist nicht sinnvoll, zwei Minuten immer wieder an demselben Wein zu riechen, denn durch jeden Geruchseindruck wird nur ein bestimmtes Muster von Nervenenden im Geruchszentrum aktiviert. Diese Nerven ähneln kleine Kerzen, die nach ihrer Aktivierung gelöscht werden und eine gewisse Zeit brauchen um sich zu reaktivieren. Demzufolge geben aufeinander folgende Geruchseindrücke vom selben Wein immer weniger Aufschluss, aber es ist ohne weiteres möglich, nacheinander verschiedene Gerüche von verschiedenen Weinen wahrzunehmen. Die einzelnen Aromen zu erkennen und zu unterscheiden ist dann nur noch eine Trainingsfrage.

 

Der Geschmack

Man nimmt einen kräftigen Schluck und zieht Luft durch den Wein in den Mund. Dies verursacht eine Geräusch welches notwendig ist, damit die flüchtigen Aromastoffe sich im hinteren Rachenraum entfalten können, vom wo sie wieder in die Nase gelangen und wahrgenommen werden können. Die Zunge selbst offenbart nur wenig: an ihrer Spitze wird Süße, an den Seiten Säure, am hinteren und oberen Bereich Bitteres und an dem vorderen und seitlichen Bereich werden Salze wahrgenommen. Jede Speise, jedes Getränk entlässt Geruchsstoffe in die Mundhöhle, von wo aus sie in den Nasenraum weiterbefördert werden. Hier werden diese Eindrücke von den Riechzellen geprüft, unterschieden und eingeordnet. Auch die Beschaffenheit des Weines hat Einfluss auf seinen Geschmack. So erhöht beispielsweise die prickelnde Empfindung von Kohlendioxid unsere Wahrnehmung für Säure – durch größere Zähflüssigkeit wird sie reduziert.

Es wird immer unterschiedliche Einschätzung desselben Weines geben. Es lohnt sich nicht darüber zu streiten. Es ist schwierig einer anderen Person den eigenen Geschmack zu definieren. Dazu fehlt uns der Wortschatz. Trotzdem darf sich eine Verkostung nicht nur auf die Semantik beschränken sondern muss eine Definition des Weines innerhalb einer sortentypischen Prädikation zulassen. Ein guter Wein muss über natürliche Ausgewogenheit und Finesse verfügen sowie seinen deutlichen individuellen Charakter innerhalb seiner Art oder seines Typs aufweisen. Ein Verkoster muss in der Lage sein einen sortentypischen Wein (auch wenn es nicht unbedingt „Seine“ Sorte ist) als solchen zu erkennen und zu bewerten. Ansonsten gilt:

 

„Nur der Wein ist der Richtige – der einem schmeckt!“


 

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